Begriffe der Wasseranalytik und ihre Bedeutung

Wenn es um die Behandlung und die Kontrolle von Wasser in Pools und Schwimmbädern geht, werden unzählige Fachbegriffe verwendet. Für den Einsteiger in die Wasseranalytik ist das oft verwirrend. Hier erklären wir, was sich hinter den gebräuchlichsten Begriffen verbirgt:

Säure: Eine chemische Verbindung, die Wasserstoffionen an das Schwimmbadwasser abgeben kann, um den pH-Wert zu senken. Wird gelegentlich auch als pH-Senker bezeichnet. Häufig in Pools verwendete Verbindung ist Natriumhydrogensulfat (Trockensäure).

Algen: Einfache Formen von Pflanzen, die Chlorophyll enthalten, im Sonnenlicht gedeihen und den Pool unansehnlich und grün aussehen lassen. Häufig vorkommende Formen sind Grün-, Schwarz- und Senfalgen.

Algizide: Spezialchemikalie für die Abtötung der Algen sowie zur Kontrolle und Verhinderung der Algenbildung.

Alkalien (Laugen): Chemische Verbindung mit einem pH-Wert von über 7, die Säure neutralisieren und den pH-Wert des Schwimmbadwassers erhöhen kann. Manchmal auch als pH-Heber bezeichnet.

Alkalinität: Siehe Gesamt-Alkalinität.

Rückspülung: Beschreibt einer Art der Reinigung von Filtermedien. Beim Rückspülen wird der Wasserfluss im Filtersystem umgekehrt, so dass eingeschlossener Schmutz aus dem Filterbett gehoben wird und entsorgt werden kann.

Bakterien: Einzellige Mikroorganismen, die entweder pathogen (krankheitserregend) oder nicht pathogen sein können. Die meisten werden durch freies Chlor abgetötet.

Badelast: Die Anzahl der Schwimmer im Becken zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die meisten Schwimmbecken haben eine empfohlene maximale Badelast, dies sollte im normalen Betriebsverfahren erwähnt werden.

Wassergleichgewicht: Wasser ist im Gleichgewicht, wenn es entweder kalkhaltig oder korrosiv ist. Es wird auch mit Hilfe des Langelier-Sättigungsindexes bestimmt, der anhand der Parameter pH-Wert, Gesamtalkalinität, Calciumhärte, der gesamten gelösten Feststoffe und Temperatur berechnet, ob das Wasser im Gleichgewicht ist.

Brom: Ein Desinfektionsmittel, das mitunter als Alternative zu Chlor verwendet wird.

Calciumhärte: Die Menge des im Wasser gelösten Kalziums. Normalerweise wird einmal pro Woche gemessen, wobei die Messwerte in mg/l (ppm) CaCO3 angegeben werden. Da Wasser gerne etwas Calcium enthält, sollte der Wert bei etwa 200 mg/l (ppm) liegen.

Calciumhypochlorit: Siehe Hypochlorit.

Chloramine: Siehe Chlor (gebunden).

Chlor: Häufigste Chemikalie, die zur Desinfektion von Schwimmbadwasser verwendet wird. Wirkt sowohl als Desinfektionsmittel als auch als Oxidationsmittel von Schwimmbadwasser, tötet Bakterien, Algen usw. ab und oxidiert Abfallprodukte.

Chlor (frei): Gelegentlich auch als verfügbares oder restliches Chlor bezeichnet. Dabei handelt es sich um das, ist es das aktive, „unbenutzte“ Chlor, das zur Oxidation organischen Materials und zur Abtötung von Bakterien zur Verfügung steht. Die Messung erfolgt mit DPD No. 1-Tabletten. Der gewünschte Gehalt an freiem Chlor sollte dem normalen Betriebsverfahren entsprechen.

Chlor (gebunden): Chlor, das “verbraucht" und mit einem anderen Produkt wie Ammoniak oder stickstoffhaltigen Abfällen reagiert hat. Oft auch als Chloramine bezeichnet. Kombinierte Chlorverbindungen sind nicht erwünscht und verursachen Irritationen und den starken Chlorgeruch, der in einigen Pools zu finden ist. Kombinierte Chlorverbindungen haben keine Desinfektionsfähigkeit und die Konzentrationen sollten so nahe wie möglich bei Null gehalten werden.

Chlorine (gesamt): Die Gesamtmenge des Chlors im Pool setzt sich aus freiem und gebundenem Chlor zusammen. Gemessen wird er mit DPD No. 3-Tabletten. Durch Messung der Werte für Gesamtchlor und freies Chlor kann der Gehalt an gebundenem Chlor als berechnet werden:

Gesamtchlor - freies Chlor = gebundenes Chlor

Koliforme: Eine Art von Bakterien, die in Abfallstoffen gefunden werden können. Koliforme können Krankheiten verursachen.

Komparator: Gerät zur Messung chemischer Niveaus im Schwimmbadwasser. Wird mit Farbscheiben und Reagenzien verwendet, um eine visuelle Übereinstimmung der Farben zu erreichen.

Kupfer: Metall, das in einigen Wasserversorgungen, Rohrleitungen, Armaturen und Algiziden enthalten ist. Kann bei hohen Konzentrationen Flecken und blaues/grünes Wasser verursachen.

Cyanursäure: Ein Stabilisator, der einigen Chlorspendern zugesetzt wird, um die Lebensdauer des Chlors zu verlängern und es vor dem Zerfall in starkem Sonnenlicht zu schützen. Hohe Konzentrationen führen zu einer "Chlorverriegelung" und geben dem Wasser einen grünen Schimmer. Die Konzentration sollte unter 100 mg/l (ppm) gehalten werden.

DPD: Unschädlicher Indikator, der mit Chlor reagiert und eine rote Farbe bildet, die dann gemessen werden kann, so dass die Werte berechnet werden können. DPD steht für N,N-Diethyl-p-phenylendiamin. Kann auch zur Messung von Brom und Ozon verwendet werden.

Filter / Filterung: Verfahren zur Entfernung von Partikeln aus dem Beckenwasser.

Flockungsmittel: Dem Beckenwasser zugesetzte Chemikalie, die das „Zusammenkleben“ von Partikeln fördert. Diese größeren "Klumpen" sind für den Filter leichter zu entfernen.

Härte: Siehe Calciumhärte

Hypochlorit: Chemikalie, die als Chlorquelle in Schwimmbädern verwendet wird. Gebräuchliche Sorten sind Natrium- und Kalziumhypochlorit.

Hypochlorige Säure (HOCl): Entsteht, wenn eine beliebige Chlorart mit Wasser reagiert. Auch als freies Chlor bekannt.

Indikator: Ein Reagenz, das mit einer Chemikalie reagiert und eine Farbe ergibt. DPD und Phenolrot sind zwei in der Schwimmbadwasseranalyse gebräuchliche Reagenzien.

Eisen: Metall, das in einigen Wasserquellen vorhanden ist. Kann in hohen Konzentrationen Fleckenbildung verursachen.

Langelier-Sättigungsindex: Siehe Wassergleichgewicht.

Mikroorganismus: Eine mikroskopisch kleine Pflanze oder ein mikroskopisch kleines Tier, das im Wasser lebt. Beispiele: Bakterien und Algen.

Milligramm pro Liter (mg/l): Messung des Chemikaliengehalts im Beckenwasser. Wird auch als part per million (ppm) bezeichnet. 

pH-Wert: Beschreibt, wie sauer oder alkalisch das Wasser ist. Die pH-Skala reicht von 0-14. Ein pH-Wert von 7 ist neutral, unter 7 sauer und über 7 alkalisch. Logarithmisch kleine Veränderungen im Messwert auf der pH-Skala sind in Wirklichkeit größere Veränderungen, d. h. ein pH-Wert von 6 ist 10x saurer als ein Messwert von 7. Ebenso ist ein pH-Wert von 5 100x saurer als ein Messwert von 7. Der pH-Wert wird mit Phenolrot-Tabletten gemessen, ein idealer Wert liegt für Pools bei 7,2-7.

Phenolrot: Indikator zur Messung von pH-Werten. Wechselt die Farbe von Orange nach Rosa im Bereich 6,8-8,4

Phosphat: Chemikalie, die in einigen Trinkwasservorräten vorhanden ist. Fördert das Algenwachstum, indem es als „Nahrung“ wirkt. Deshalb sollte die Konzentrationen im Poolwasser so niedrig wie möglich sein. Phosphatentferner sind leicht erhältlich.

Photometer: Elektronisches Gerät zur Messung des chemischen Gehalts im Schwimmbadwasser. Wird mit Reagenzien verwendet, die eine Farbe bilden, die das Messgerät dann misst und in einen Messwert umwandelt.

Trinkwasser: Unbedenkliches Wasser zum Trinken.

Part per Million (ppm): Messung des Gehalts an Chemikalien im Beckenwasser. Entspricht Milligramm pro Liter (mg/l).

PPM: siehe Part per Million

Reagenz: Wird für chemische Tests verwendet. Gewöhnlich in Tablettenform oder flüssig und als Pulver. Siehe auch Indikator. 

Sättigungsindex: siehe Wassergleichgewicht.

Natriumhypochlorit: Siehe Hypochlorit.

Natriumthiosulfat: Chemikalie, die dem Schwimmbadwasser zugesetzt wird, um Chlor im Falle einer Überdosierung zu neutralisieren bzw. zu entfernen.

Stabilisator: Siehe Cyanursäure.

Sulfat: Chemikalie, die bei zu hohen Werten Probleme verursachen kann. Greift Beton und andere Beckeneinbauten an. Erhöht auch die TDS-Werte.

Tablettenzählung: Testverfahren für bestimmte Parameter, bei dem die Tabletten nacheinander hinzugefügt werden, bis eine Farbänderung eintritt wie beim Test der Gesamtalkalinität und der Calciumhärte.

TDS: siehe Total Dissolved Solids (gesamte gelöste Feststoffe) 

Test Kit: Ein Gerät zur Überwachung einer bestimmten Chemikalie im Schwimmbadwasser.

Temperatur: Messung, wie warm/kalt das Schwimmbadwasser ist. Angezeigt entweder in Celsius (⁰C) oder Fahrenheit (⁰F).

Gesamt-Alkalinität: Die Gesamtmenge an Karbonaten, Bikarbonaten und Hydroxiden im Poolwasser. Wirkt als Puffer, um ein unregelmäßiges Schwanken des pH-Wertes zu verhindern. Werte von 80-140mg/l (ppm) sind ideal.

Total Dissolved Solids (TDS): Gesamte gelöste Feststoffe, Maß für die Gesamtmenge an gelösten Stoffen im Wasser. Wird normalerweise mit einem elektronischen Messgerät gemessen. Die Werte sollten nicht mehr als 1500mg/l (ppm) oder 1000mg/l (ppm) über dem Wert des Speisewassers liegen. TDS kann nicht durch Filtration entfernt werden, und bei hohen Werten muss Frischwasser hinzugefügt werden (Verdünnung).

TDS Pen: Gerät zur Messung der gesamten gelösten Feststoffe als TDS-Wert (Total Dissolved Solids).

Trübung: Die Trübung des Schwimmbadwassers. Trübes Wasser ist nicht sicher. In nephlomeren Trübungseinheiten (NTU) gemessene Werte sollten idealerweise 0,5 NTU oder weniger betragen.

Turnover-Rate (Volumendurchlauf): Die Zeit, die das meiste Wasser benötigt, um durch den Filter zu fließen. 

Ultraviolettes Licht (UV): Sekundäres nicht-chemisches Desinfektionssystem.